Freitag, 26. Dezember 2008

Spontan is imma am besten!!!

Am 21.12.2008 traf ich alte freunde wieder. Johann und Patrick, zwei Kumpels von Jacob auch aus Dresden die ich in Perth schon getroffen hatte, überredeten mich mit ihnen zu kommen. Also am nächsten Morgen habe ich spontan meinen Job gekündigt da ich ja eh nix zu verlieren hatte und dann gings ab. Wir sind mit „Elke“ einem Campervan in den besten Jahren, mit 80 km/h in den 230 km entfernten Wilsons Promotori Nationalpark gefahren um da Weihnachten zu feiern. Echt geil und ein Auto mit Charakter.



Das is der südlichste Punkt von Australien, ausgenommen Tasmanien. Voll schön da. Hat sich echt gelohnt den Job dafür ma wieder zu schmeissen. Zu Weihnachten an sich haben wir lecker Braten mit Rotkraut und Kartoffeln gekocht. Das war mal wieder eine Tolle Erinnerung an die gute alte Heimat. Also schöne Traditionen.

Die Australier sind auch so genial drauf, denn zu Weihnachten im Nationalpark wird einfach mal so das Gesrüpp vorm Zelt mit Weihnachtskugeln und Girlanden geschmückt. Abgefahren! Sonst wurde bei uns natürlich ordentlich geölt. Zu Weihnachten am Strand sich die Nase zu verbrennen fetzt schon irgendwo weil kann mir ja denken dass in good old Germany ni son Sonnenschein is. Wir waren an der Whisky Bay gegen Wellen kämpfen, haben einen Berg bestiegen und oben unser Gipfelbier bei einem traumhaft schönen Sonnenuntergang genossen.


Abends haben wir mit Wombats um unser Essen gekämpft da die so unverschämt verfressen sind und sich nicht scheuen einfach mal so an den Essensbeutel zu gehen oder das Zelt zu zerfetzen um zu futtern wenn was drinn is. Sonst war noch Pokern, Sternegucken und Ölen angesagt.



DANKE also hier an Johann und Paddi, ihr zwei seid echt klasse! Am 26.12. waren wir wieder back in Melle. Ich habe wieder etwas mehr Farbe bekommen. Nun bleibt mir noch die restliche Zeit zu geniessen. So lässt sich Weihnachten schon aushalten.

Vorweihnachtszeit



Endspurt is nun angesagt. Da meine Zeit in Australien jetzt bald zuende geht, werden noch die letzten Erledigungen gemacht. Shoppen gehen, Freunde wieder treffen, feiern und trinken. Die Weihnachtsvorbereitungen in der 3,5 Millionenstadt Melbourne laufen auch auf Hochtouren.Überall hängen Weihnachtssterne rum und riesen Tannenbäume aus Plaste schmücken die Strassen. So richtige weihnachtsstimmung kam bei mir jedoch nie auf. War mal gut keinen Geschenkekaufrausch mitmachen zumüssen. Ist ne sehr angenehme Sache. Vor langer Weile habe ich dann noch einmal angefangen zu arbeiten. Der erste Job war in einem Cafe im CBD. Musste da immer rumsprinten und die Tische sauber machen und das ganze Geschirr einsammeln. Voll ätzend, mit 10 Dollar cash die Stunde recht unterbezahlt und zu wenige Stunden sowieso. Also habe ich mir einen neuen Job als Waitress, also Tablettschlampe in nem Italienischen Cafe gesucht und gefunden. Da gabs dann 12 Dollar die Stunde aber ein komplett anderes Arbeitsfealing und ich konnte auch noch was dazu lernen. Im Thema Englisch sprechen, Kaffee machen und freundlicher Umgang mit den Kunden hatte ich noch viele wertvolle Lektionen bekommen. Freu mich darüber im Nachhinein. Da ich immer in der Nachtschicht war, konnte ich Melbourne auch mal bei Nacht kennen lernen und muss sagen es is wirklich totschick hier. Überall erleuchtete Straßen. Ich mag das halt. Ursprünglich hatte ich da einen Teilzeitjob angenommen aber die ham mir klei das volle Programm gegeben weil ich mich doch schnell sehr gut eingearbeitet habe und so stand ich dann am ende der Woche mit 50 Stunden und dem entsprechend auch gutem Geld da, aber keinem freien Tag und teilweise Arbeiten von 9 bis 23 Uhr mit einer Stunde Pause. Das war mir dann zu viel.

Sonntag, 9. November 2008

Melbourne und nu...???

Von Adelaide aus ging es weiter auf der Great Ocean Road entlang bis nach Melbourne. Das waren noch mal 733 Kilometer die wir ja locker in einem Tag hätten schaffen können. Jedoch geht es auf der Strecke durch zahlreiche Serpentinen die Berge rauf und runter, sodass wir grade mal zwischen 40 und 80 km/h fahren konnten. Da uns ja auch nix gedrängt hatte blieben wir mal hier und mal da etwas länger wenns uns gefallen hatte. Am 7.11. reisten dann auch meine Eltern wieder ab. Nun bin ich in Melbourne und noch am Überlegen was ich jetz die letzten 2 Monate noch so schönes anstelle. Ich habe mal angefangen mein Auto zu putzen damit es dann beim Verkaufen nen schönen Eindruck macht. Unglaublich was da für ein roter Schmutz und Staub raus kommt. Ein Wunder dass es wieder weiß is und ni rot geblieben. Fuer die kommenden Tage bleibt mir nur noch zu sagen:"Die City is der Hammer und es bleibt also spannend".

Sonntag, 26. Oktober 2008

Perth und zurück nach Adelaide

In Perth angekommen traf ich erstmal alte Freunde wieder. So also Kathrin und Richard, mit denen ich am Anfang gereist bin. Die trafen wir auf nem abgelegenen Rastplatz 130 Kilometer von Perth entfernt. Dann kam da noch Jacob aus meiner alten Schule dazu. Glück gehabt denn er is den Tag nachdem ich ankam abgereist.
Das is echt das Lustige daran. Man lernt so viele Leute kennen und irgendwann, irgendwo und irgendwie trifft man die in den lustigsten Momenten wieder. Leider musste ich mich jetz schon von Milka trennen da ich meine Eltern hier traf zum weierreisen und sie einen Job begann. Auch an dich ein riesiges Dankeschön für die geile Zeit.

Inzwischen bin ich also mit meinen Eltern mitten drinn in der 7000 Kilometer langen Reise von Perth via Ayers Rock nach Melbourne. Das Nullabour Plain beinhaltet Australiens längste gerade Strecke und die is 146.6 Kilometer lang.
Dazu kommt noch dass in dem Gebiet von Australien die Straßen Endlos sind, denn hinterm Horizont geht die Straße weiter bis zum nächsten Horizont und so weiter. Alles ist monoton und trostlos aber es hat eben einen gewissen Reiz solche Distanzen auf sich zu nehmen und zu schaffen. Nachdem wir am Ayers Rock waren ging es in Richtung Adeleide. Leider sind mir auch hier noch 2 Kängurus vors Auto gesprungen und da sind jetz in der Seite einige Dellen mehr drinn und hinten links ein witziges Painting wie Aboriginie-Style. Bleibt aber drann, zur Erinnerung.


Ein größerer Zwischenstop is in Adelaide wo wir uns die Gegend sehr genau ansehen. Auch das Weintasting ist ein Muss und so fuhren wir ins Barossa Valley und Stockten unseren Vorrat mit edlen Tropfen auf. Auch eine kostenlose Führung durch eine Schokoladenfabrik ließen wir uns nicht entgehen. Das war lecker. In den zahlreichen Wildlifeparks hat nam die Gelegenheit Koalas, Wombats und Kängurus hautnah zu sehen und zu streicheln.


Von Broome nach Perth


Nun hieß es für mich aber weiter reisen. Doch bevor das los ging wurde nochmal richtig gefeiert. Ich lernte Milka kennen und zusammen beschlossen wir uns auf die weite Reise nach Perth auf zu machen. Der Start sprach schon für sich denn wir haben gestern gesagt, wir reisen heute ab und sind aber morgen immer noch hier an genau der selben Stelle… Nach Tag 3 sind wir dann aber endlich doch aus Broome weg gekommen. Für mich sehr schwer, da ich hier ganze 3 Monate gelebt habe und die schönste Zeit ever hatte. Das ist der Nachteil am Backpackerleben, man lernt so viele tolle Menschen kennen und muss sie dann wieder verlasen da jeder seinen eigenen Weg zu Ende gehen muss. Das kann schon mal sehr traurig sein. Aber das Leben geht weiter und man findet neue tolle Leute. Unsere Reise startete am 12.9.2008 und endete nach 3359 Kilometern am 30.9.2008 in Perth. Wir waren an lustigen Orten wie „Balla Balla“, haben die Geisterstadt Wittenoom erkundigt, waren oft im Bush Campen so fern von jeglicher Zivilisation und sahen danach komplett rot von dem ganzen Staub aus.
Endlich kamen wir im Karijini Nationalpark an und gingen dort in den natürlichen Wasserfällen Baden und ließen die Seele baumeln. Dann waren wir in Exmouth wo wir beschlossen uns ne Schnorchelausrüstung zu beschaffen und dann ab raus ins Rif und erkunden was da so alles rumschwimmt. Das war schon geil. Blöderweise habe ich da auch mein erstes Känguru angefahren weil es meinte direkt von links aus dem Busch gesprungen zu kommen und vor meinem Auto zu landen. Dann machte es nur noch „rums“ und das arme Tier flog direkt auf die andere Straßenseite und blieb dort liegen. Das kann einen schon sehr shocken. Die sind hier aber auch wie ne Plage und hängen immer auf der Straße rum um los zu hüpfen wenn das Auto grade auf richtiger Höhe is um damit zusammen zu stoßen. Voll dähmliche Viecher manchmal.. Um die weitere Strecke etwas abzukürzen nahmen wir eine Dirt Road und mussten erstmal durch Knietiefes Wasser fahren um dann zu einem Track zu gelangen der uns zu einsamen Stränden geführt hatte. Dort nicht zu Campen ist ein Verbrechen. Das ließen wir uns nicht nehmen und so schlugen wir wieder einmal unser Zelt am Strand auf. Ein Traum. .. Die folgenden Tage schliefen wir wieder irgendwo im Outback und teilten unsere abendlichen Lagerfeuer mit allerlei Ameisen und kleinen Kriechtieren. War aber wahnsinnig toll so die ganze Stille und den unglaublich tollen Sternenhimmel zu genießen und so einzuschlafen. Kein Witz, ich habe wirklich oft auf der Motorhaube gepennt, da wir oft zu faul waren das Zelt aufzubauen und mir auf dem Boden zu viele Kriechtiere waren

Das Ende in Broome


Leider kam jetz die Zeit wo Josi wieder zurück nach Deutschland musste. Nach 5 Monaten zusammen reisen uns alles durchmachen is das schon ne Umstellung plötzlich allein im Zelt zu schlafen. Vielen Dank Josi für die schöne Zeit die du mir gegeben hast.
Am 5. September habe ich also endlich meinen letzten Arbeitstag auf dem Perlenboot gehabt und ich war HAPPY! Wurde auch echt Zeit nach 10 Wochen.


Im Endeffekt kann ich aber sagen dass die Erfahrungen die ich da machen konnte wahnsinnig toll waren. Jeder Tag war anders. Zwischendurch gab es mal Tage wo ich fürs Schalfen on board bezahlt wurde weil eben nix los war. Ansonsten hieß es aber durch halten und sich auf den Feierabend freun. Immer einmal im Monat wurde der Wellengang im Meer sehr stark sodass auchmal einige Leute den direkten Sprung ins Wasser erleben mussten da man auf so nem kleinen Boot sehr hin und her geschaukelt wird. Alles in allem waren die Leute voll cool und das macht die Arbeit erträglicher.

Unbezahlbar diese Bild oder was meint ihr? Ich finde diese Perlen aber sehr schön und wenn man mal bedenkt welchs Drecksarbeit dahinter steckt, dann versteht man auch warum diese Perlen im Preis leicht in die Tausender gehen. Für uns Backpacker unerschwinglich.

Der letzte der 10 Tage wurde immer genutzt um alle Boote sauber zu machen. Da hieß es in der Regel immer "Kommt ma erst um 9 statt wie üblich um 6" wie cool. Und dann kamen die Boote aus dem Wasser. Das reinigen dauerte wenn überhaupt nur eine Stunde, wobei das easy going war und den Rest der Zeit wurde schon kräftig getrunken, sodass unser Boss bereits 12 Uhr schon Sternhagelvoll war.

Das is er, unser big Boss am letzten Tag. Währ schön wenn es sowas in Deutschland auch geben würde.

Sonntag, 20. Juli 2008

Pearling - Charakterbildung

Ab dem 27.6.08 hieß es für mich dann „Ich hab den Job auf dem Pearlschiff“. Naja und da geht’s jetz immer für 10 Tage morgens raus auf See und abends wieder rein an Land und zurück auf den Campground. Die ersten 6 Tage waren noch Harvestseason und da haben wir die Perlmuscheln mit Messern und Drahtbürsten bearbeitet. Das fing also an mit Leuten, die die scharfen Kanten abgeschlagen und die 2 Muschelhälften getrennt in Boxen geschmissen haben. Die nächsten am sogenannten „Killtabel“ durften dann nacheinander alle Innereien entfernen, der nächste hat das Fillet rausgeschnitten, der nächste hat noch die Überreste des Fleisches abgeschabt und danach wurde mit der Drahtbürste alles Restliche noch gnadenlos entfernet, sodass nur noch das schöne Perlmutt zu erkennen war. Das wird dann den ganzen Tag so gemacht. Nebenbei noch angemerkt hat man den ganzen Tag nasse Füße und Hände und die Blasen und Kratzer werden schon unzählbar nach den ersten Tagen. Das is das negative daran. Und jetz nach der Harvestseason geh ich mit kleinen Cleaningbooten raus auf See da wo die Panels mit den Muscheln im Wasser sind und da auch das ganze Jahr über bleiben und ihre Perlen produzieren. Blöderweise wachsen an den Panels immer sehr schnell alle erdenklichen Arten von Seepocken und Unkraut was wir dann eben alle 2 Wochen von den Panels runterkloppen müssen im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei habe ich schon ziemliche Blessuren überall bekommen. Das Seeunkraut is auch so frech... wenn man da mit dem Messer reinschlägt, kommt einem klei das ganze Wasser von den prall gefüllten Viechern direkt ins Gesicht gespritzt. Dann gibt’s da noch son lustiges Firewheet was an den Seilen wächst und ebenfalls entfernt werden muss und das Zeug lässt Hände und Arme aussehen wie bei ner hochgradigen Neurodermitis, also alles angeschwollen und mit roten Flecken übersehen. Zumindest werden da täglich eben diese Panels aus dem Wasser geholt, mit Wasserdruck vorgereinigt und dann auf nem Tisch mit Spachteln von den Barnekels befreit. Diese Barnies sind sehr harte, fast korallenartife Meereslebewesen.Und diese lassen sich nur unter Kraftaufwand von den Shell runterhaun. Muss aber gemacht werden, da die Shell sonst absterben wuerden. Zum Schluss verdrischt dann noch jemand die restlichen Fremdlebewesen auf dem Panel mit nem Schlauch und dann gehen die Panels wieder zurück ins Wasser. Die Muscheln nehmen keinen Schaden bei diesem brutalen Reinigungsverfahren, jedoch is die Chance sehr hoch sich selbst auf die Finger zu haun oder sich alle erdenklichen Wehwehchen zu zu ziehen. (Hab ich alles schon erfolgreich ausgetestet). Manchmal is es auch ganz lustig, grade wenn Wellengang is und dann gehen halt ma n paar Leute bei dem Versuch die Panels aus dem Wasser ins Boot rein zu ziehen eben mal mit dem Panel ins Wasser zurueck weil das Boot so schwankt. Wer angst hat, nass zu werden hat keine Chance da zu überleben, denn das geht schneller als man gucken kann dass ne Welle aufs Boot trifft und dann hat man ma ganz schnell nen nassen Rücken. Ehrlich gesagt es is n Scheiß Job aber ich werds durchziehen da es ja fürs zweite VISA zählt. Also denk ich grade nur den momentanen Tag zu überleben und zähle schon die verbleibenden 6 Arbeitswochen runter. Während meiner 4 Tage frei wird also komplett nix gemacht oder zu den Beachpartys gegangen und dann am Strand geschlafen. Einfach klasse son Leben. Bin echt gespannt was ich in den nächsten 2 Monaten die ich noch hier bin so erleben werde.